Was versteht man unter einem Pflegehelfer?
Der Begriff Pflegehelfer:in wird nicht einheitlich verwendet. So gibt es je nach Bundesland unterschiedliche Ausbildungen mit entsprechend unterschiedlichen Ausbildungsgängen und Abschlüssen. In der Regel gelten als Pflegehelfer:innen aber Mitarbeitende, die Pflegefachkräfte bei der Versorgung und Betreuung von Pflegebedürftigen unterstützen.
Seit dem 1. Juli 2023 ersetzt das neue Personalbemessungsverfahren (kurz PeBeM) die bisherige Fachkraftquote. Damit einher geht eine klarere Aufteilung des Pflegepersonals nach Qualifikationsniveaus:
- Pflegefachkräfte mit dreijähriger Ausbildung (QN 4)
- Assistenzkräfte mit 1-2-jähriger Ausbildung (QN 3)
- Pflegehilfskräfte mit 2–6-monatigen Basiskurs (QN 2)
- Servicekräfte ohne Ausbildung (QN 1)
Mit dem Begriff „Pflegehelfer:in" sind in der Regel Pflegepersonen der Qualifikationsniveaus 2 und 3 gemeint.
Was verdienen Pflegehelfer:innen 2026?
Dein Gehalt als Pflegehelfer:in hängt davon ab, ob du als Pflegehilfskraft (QN 2, ca. 200 Stunden Basisqualifikation) oder als Pflegeassistent:in (QN 3, 1–2-jährige Ausbildung) arbeitest. Pflegeassistent:innen verdienen aufgrund ihrer längeren Ausbildung in der Regel mehr.
Stundenlohn Pflegehelfer:in (QN 2)– was bekommst du pro Stunde?
Der gesetzliche Mindestlohn richtet sich nach deiner Qualifikation:
- Pflegehilfskräfte (QN 2): mindestens 16,10 € pro Stunde (ab Juli 2026: 16,52 €)
- Pflegeassistent:innen (QN 3): mindestens 17,35 € pro Stunde
Bei einer 40-Stunden-Woche ergibt für Pflegehilfskräfte (QN 2) das folgende Bruttogehälter pro Monat:
| Qualifikation | Mindestlohn/Std. | Brutto/Monat (40h) |
|---|---|---|
| Pflegehilfskraft (QN 2) | 16,10 € | ca. 2.801 € |
| Pflegehilfskraft (QN 2) ab Juli 2026 | 16,52 € | ca. 2.874 € |
Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt das Durchschnittsgehalt von Pflegeassistent:innen bei 3.363 € brutto pro Monat, die obere Spanne reicht bis ca. 3.942 €. Dazu kommen Zuschläge für Nacht-, Wochenend- und Feiertagsarbeit.
Seit 2025 haben alle Beschäftigten in der Altenpflege zudem Anspruch auf neun zusätzliche bezahlte Urlaubstage (→ Gehalt in der Altenpflege).
Was verdienen Pflegeassistent:innen mit 1–2-jähriger Ausbildung (QN 3)?
Der Mindestlohn für Pflegeassistent:innen beträgt 17,35 € pro Stunde. Mit einem Vollzeitjob verdienst du dementsprechend mindestens zwischen 2.631 € und 3.018 € brutto (bei durchschnittlich 35–40 Stunden in der Woche).
Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt das durchschnittliche Gehalt von Pflegeassistent:innen bei 3.363 € wobei die Spanne groß ist und hin zu 3.942 € reicht. Zusätzlich erhältst du in der Regel Zuschläge, wenn du an Feiertagen oder nachts arbeitest.
Als Folge des neuen Personalbemessungsverfahrens werden Assistenzkräfte derzeit intensiv gesucht: Rund 30 % des Personalmixes sollen künftig aus Pflegeassistent:innen bestehen. Das dürfte sich mittelfristig positiv auf die Gehälter auswirken.

Pflegeassistenten-Gehalt während der Ausbildung
Die Ausbildung zur Pflegeassistenz ist eine schulische Ausbildung. Das bedeutet: Du sammelst die Theorie an einer Berufsfachschule und die Praxis in Praktika. Eine Vergütung wie bei einer dualen Ausbildung gibt es in den meisten Fällen nicht.
Je nach Schule können Kosten anfallen: Private Schulen erheben häufig Kursgebühren, staatliche Schulen sind kostenlos, können aber Aufnahme- und Prüfungsgebühren verlangen.
Ein Umdenken zeichnet sich ab: In Sachsen-Anhalt wurde eine Mindestvergütung von 650 € ab dem Ausbildungsjahr 2024 beschlossen. Ob andere Bundesländer folgen, ist noch offen.
Eine weitere Möglichkeit: Du arbeitest bereits als ungelernte Kraft in einer Einrichtung und absolvierst die Ausbildung berufsbegleitend. In diesem Fall übernimmt der Arbeitgeber die Ausbildungskosten, im Gegenzug bindest du dich für eine bestimmte Zeit. Die Bruderhaus Diakonie zahlt angehenden Pflegehelfer:innen in diesem Modell eine Vergütung von 1.339,91 € brutto pro Monat.
Faktoren, die das Gehalt beeinflussen
Das Gehalt für Pflegehelfer:innen unterliegt verschiedenen Einflussfaktoren. Zum einen bestimmen äußere Faktoren wie das Bundesland, die Stadt sowie die Art der Einrichtung, was an Gehalt möglich ist.
Des Weiteren Faktoren, die du selbst beeinflussen kannst, etwa Qualifikation, Berufserfahrung und Schichtbereitschaft.
Region
Je nach Bundesland kann das Gehalt um bis zu 20 % abweichen. Generell gilt: Im Westen liegen die Gehälter höher als im Osten, in Großstädten meist höher als auf dem Land.
Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit sind die höchsten Durchschnittsgehälter in Hamburg zu erwarten (ca. 3.605 € brutto pro Monat), das Schlusslicht bildet Mecklenburg-Vorpommern mit rund 3.023 €. Hinweis: Diese Zahlen beziehen sich auf Berufe mit Helfertätigkeiten insgesamt, nicht ausschließlich auf Pflegehelfer:innen.
Wenn du über einen Jobwechsel nachdenkst, kann ein Blick in die nächste Großstadt lohnen. Bedenke dabei: Die Lebenshaltungskosten sind dort in der Regel ebenfalls höher.
Art der Einrichtung
Entscheidend ist auch, ob du bei einer staatlichen, kirchlichen oder privaten Einrichtung angestellt bist. Kirchliche (AVR) und staatliche Träger (TVöD) sind in der Regel tarifgebunden. Die Gehälter sind meist höher als bei privaten Trägern.
So startest du als Pflegehilfskraft bei öffentlichen Trägern in Entgeltgruppe P5 mit einem Gehalt von 2.828 € (oeffentlicher-dienst.info). Mit einjähriger Ausbildung bist du der Entgeltgruppe P6 mit 2.930,44 € Einstiegsgehalt zugeordnet.
Bei der Diakonie würdest du als Pflegehilfskraft in Entgeltgruppe 3 (AVR) starten, mit einem Einstiegsgehalt von 2825,21 €. Als Pflegeassistenz bist du in Entgeltgruppe 4 und startest mit 3016,72 €. Der Gehaltsrechner der Diakonie Güstrow zeigt allerdings, dass das Gehalt je nach Anzahl deiner Kinder und Bereitschaft zu besonderen Schichten stark variieren kann.

Qualifikation und Berufserfahrung
Die Vergütung steigt in der Regel mit der Anzahl der Berufsjahre. So verdienen Pflegeassistenzen mit einjähriger Ausbildung bei der Schervier Altenhilfe inklusive Zulagen und Sonderzahlungen 42.436,40 €. Nach 5 Jahren sind es 46.909,00 € und nach 16 Berufsjahren 55.191,35 €.
Auch in den Entgeltgruppen des öffentlichen Dienstes und der kirchlichen Träger erhöht sich dein Gehalt mit zunehmender Berufserfahrung. Bei der Diakonie gibt es innerhalb der Entgeltgruppen jeweils fünf Stufen: eine Einarbeitungsstufe, eine Basisstufe sowie die Erfahrungsstufen 1, 2 und 3. In den jeweiligen Stufen verweilst du 24 bzw. 48 Monate.
Zeitarbeit
Pflegehelfer:innen profitieren weniger von den gestiegenen Zeitarbeitslöhnen als Pflegefachkräfte. Eine Studie des Instituts für Arbeit und Technik (IAT) von 2019 zeigt, dass Hilfskräfte in Festanstellung damals durchweg mehr verdienten als in der Zeitarbeit.
Aktuelle Beispielwerte: Bei German Human Resources verdienst du als Pflegehelfer:in zwischen 14,00 € und 16,00 € pro Stunde, bei Adecco als Pflegeassistenz mit einjähriger Ausbildung zwischen 16,00 € und 18,00 € pro Stunde.
Trotzdem: Besonders in Ballungsgebieten mit hohem Personalbedarf wie Berlin sind Stundenlöhne von 18 € und mehr keine Ausnahme.
Wenn du verschiedene Angebote vergleichen möchtest: Auf Care Rockets findest du Stellenangebote, die du direkt nach Region und Vergütung filtern kannst.
Lohnt sich ein Quereinstieg als Pflegehelfer:in?
Im Vergleich zu anderen Branchen bietet der Quereinstieg ein vergleichsweise hohes Einstiegsgehalt. Zum Vergleich: Das Durchschnittsgehalt als Friseur:in mit abgeschlossener Ausbildung beträgt ca. 2.777 € (gehalt.de) – ein Gehalt, das du als Pflegehilfskraft ohne Ausbildung bereits erreichst, noch ohne Nacht- und Wochenendzuschläge.
Mit einer ein- oder zweijährigen Ausbildung zur Pflegeassistenz ist dir ein fester Job nahezu sicher. Der Einstieg als Pflegehilfskraft ist zudem schnell und unkompliziert: Die 200-Stunden-Basisqualifikation kann sogar vom Arbeitsamt gefördert werden.
Wichtige persönliche Voraussetzungen für den Pflegeberuf sind Empathie, körperliche Einsatzbereitschaft, Flexibilität und Freude an der Arbeit mit Menschen.
Tipp: Der Artikel Was Pflegekräfte an ihrem Job lieben hilft dir einzuschätzen, ob der Pflegeberuf etwas für dich ist.
Wie kann ich als Pflegehelfer:in mehr verdienen?
Weiterbildung und Spezialisierung
Für Pflegehilfskräfte (QN 2), die typischerweise einen 200-stündigen Basiskurs absolviert haben, bietet sich die Weiterbildung zur Assistenzkraft (QN 3) mit 1–2-jähriger Ausbildung als logischer Schritt an. Je nach Bundesland und Erfahrung können langjährige, erfahrene Pflegehelfer durch eine externe Prüfung schneller die Qualifikation zur Pflegeassistenz erwerben. Für Pflegeassistent:innen besteht folglich der nächste Schritt darin, die (verkürzte) Ausbildung zur Pflegefachkraft zu absolvieren.
Es gibt jedoch auch Möglichkeiten, innerhalb desselben Qualifikationsniveaus das eigene Profil mit Weiterbildungen aufzuwerten. Dies können Kurse in Themen wie Hygiene, Erste Hilfe, Demenzpflege, Kommunikation, Wundversorgung und Ethik umfassen (→ ICN-Ethikkodex). Mit diesem Wissen kannst du spezifische Tätigkeiten übernehmen und so die Pflegefachkräfte entlasten.
Bereitschaft zu Schicht- und Wochenendarbeit
Zuschläge für Schicht-, Wochenend- oder Nachtarbeit können das Einkommen von Pflegehelfern deutlich erhöhen. Diese Flexibilität wird von vielen Arbeitgebern geschätzt und entsprechend vergütet.
Arbeitgeberwechsel
Ein Wechsel des Arbeitgebers kann ebenfalls zu einem höheren Gehalt führen. Unterschiedliche Einrichtungen bieten oft variierende Gehaltsstrukturen. Es lohnt sich, die Angebote auf Plattformen wie Care Rockets zu vergleichen, um eine Stelle zu finden, die nicht nur deinen beruflichen Fähigkeiten entspricht, sondern auch deine finanziellen Erwartungen erfüllt.

